Nach dem Neustart des Brunecker Schachvereins, im April 2024, haben wir uns in dieser Saison 2025/26, erstmals wieder bei der Südtiroler Mannschaftsmeisterschaft an die Bretter gewagt. Diesen Samstag durften wir Gröden III, als Gäste bei uns empfangen, zur letzten Begegnung der diesjährigen Meisterschaft.
Bruneck ging mit folgenden Spielern an den Start:
1) Markus Zöggeler – Klaus Knotter
2) Jonathan Volgger – Leonard Vozhzhov
3) Roland Mair – Alex Piazza
4) Alberto-Maximilian Dajani – Samuel Renner
Auf dem vierten Brett dufte Alberto, ein neuer, enthusiastischer Jugendspieler beim SSV, sein Können im klassischen Spielmodus unter Beweis stellen. Er bot seinem Gegenüber Samuel - ebenfalls ein Jugendtalent bei den Grödnern - zu Beginn noch reichlich Gegenwehr. Doch die flinken Finger der Jungs, werden ihnen im klassischen Format oftmals zum Verhängnis. So auch Alberto. Nach zwanzig Zügen hatte er zwar mehr Zeit auf der Uhr wie zu Beginn der Begegnung (pro Zug erhält man eine Zeitgutschrift von 30 Sek.), aber er ließ sich auch seinen Turm und die Dame durch eine Unachtsamkeit aufspießen, sodass er gleich ins Hintertreffen geriet. Samuel spielte die Partie fehlerfrei zu Ende und ließ seinen Gegner nicht mehr zurück ins Geschehen. Bruneck 0 – Gröden 1
Auch auf dem zweiten Brett haben die Grödner ein vielversprechendes Jugendtalent aufzubieten. Leonard Vozhzhov, konnte vor allem beim Jugend-Grand-Prix schon tolle Ergebnisse einfahren und zeigte bereits, dass er auch in der Meisterschaft gut mithalten kann. Gegen Volgger wählte er die französische Verteidigung und sein Spiel ging voll auf. Aus der Eröffnung heraus setzte Vozhzhov seinen Gegner sofort unter Druck und marschierte mit seinen Zentrumsbauern entschlossen nach vorne. Volgger versuchte mit allen Kräften einen Weg zu finden, sein Gegenüber aus der Fassung zu bringen und das gelang ihm auch! Mit seinem Springer gabelte er die Dame und den Turm seines Kontrahenten, Vozhzhov konnte gar nicht glauben, dass ihm dieser Fehler unterlaufen war. Doch der Schock währte nicht lange, denn seine Freibauern im Zentrum marschierten Hand in Hand auf dem Weg zu einer Dame umgewandelt zu werden. Es gab kein Entkommen für Volgger, auch wenn er sich mit Allem was er hatte gegen die Niederlage stemmte. Am Ende siegte der Jungspund aus Gröden. 0:2
Knotter wählte die spanische Eröffnung auf Brett eins gegen Zöggeler. In der Eröffnung glänzten beide Spieler noch mit ihren Kenntnissen, doch die ersten Fehler ließen nicht lange auf sich warten. Knotter nutzte die Ungenauigkeiten in Zöggelers Spiel geschickt, um die Figuren seines Gegners ins Abseits zu stellen, damit seine den Weg frei haben, die Festung des Königs einzunehmen. Am Höhepunkt des Mittelspiels angelangt, dachte Zöggeler, er hätte das Schlimmste überstanden (Knotter übersah einen entscheidenden Mattangriff), als er sich mit seiner Dame einen Bauern im Zentrum schnappte – bereit im nächsten Zug mit selbiger zur Verteidigung der Festung zurückzukehren. Doch dann kam die kalte Dusche! Durch eine starke Kombination von Knotter, mit seinem Springer, war Zöggeler gezwungen einen Turm aufzugeben, um den Knock-Out zu verhindern. Anschließend mussten noch die Damen abgetauscht werden, um noch im Spiel verbleiben zu können. Es sah aussichtslos aus. Doch Zöggeler blieb kämpferisch und auch Knotter patzte, übersah eine Springergabel und musste seinerseits einen Turm aufgeben. Frustriert bot er seinem Gegenüber sogleich ein Remis an.
Diese Entscheidung hing vom Ergebnis auf Brett drei ab, genau in diesem Augenblick reichte Mair seinem Gegner Piazza die Hand zur Gratulation. Piazza hatte soeben die Dame seines Kontrahenten gewonnen. Die Partie selbst war aber spannend bis zuletzt, auch Mair hatte seine Chancen die Überhand zu gewinnen, am Ende war es aber Piazza, der den Sieg nach Hause brachte.
Also einigten sich die Spieler auf Brett eins auf ein Remis, ihre Begegnung hätte das Endergebnis nicht mehr beeinflussen können. Bruneck 0,5 – Gröden 3,5
Somit geht eine aufregende Saison zu Ende, die alles zu bieten hatte, was der Sport hergibt. Wir durften Triumphe feiern und von Niederlagen ließen wir uns nicht beirren. Unsere Alteingesessenen Athleten unterstützen uns, wo sie konnten und voller Freude durften die Neulinge Spaß am Wettkampf haben. Jetzt ist allen Akteuren eine Pause vergönnt, nächste Saison greifen wir wieder an!